HUAWEI E3372 unter Debian 7/8 (Wheezy/Jessie) installieren

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Huawei E3372 USB-Modeswitch

In vielen Tutorials wird empfohlen den Huawei E3372 LTE USB Stick mit dem Tool USB-Modeswitch in den Modem Modus umzuschalten.
Siehe:
Huawei E3372 mit USB-Modeswitch nutzen
Huawei E3372 an einem Raspberry Pi
Ich konnte die Tutorials auch nach langen Onlinerecherchen nicht nachvollziehen. Bei mir hat das Umschalten in den Modem Modus des Huawei E3372 Sticks nicht funktioniert.

E3372 mit den Huawei Treibern nutzen

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Huawei Stick mit den Huawei Treibern zu nutzen. Hierfür muss der Huawei E3372 Stick zuerst als USB Laufwerk gemountet werden. Auf dem USB Laufwerk befindet sich die Datei "autorun.sh". Nach Ausführen der autorun.sh sollten alle notwendigen Treiber installiert sein. Leider kam es bei mir mit dem Original E3372 Treiber immer wieder zu Fehlern bei der Installation.

Huawei E3372 als Netzwerkkarte installieren

Üblicherweise verbindet sich der E3372 im Netzwerkkarten Modus. Prüfen kann man das mit dem Befehl lsusb.

~# lsusb
Bus 002 Device 009: ID 12d1:14dc Huawei Technologies Co., Ltd.

In der Shell sollte die Device ID 12d1:14dc ausgegeben werden. Wichtig ist hierbei der richtige Device Modus "14dc" (Ethernet Mode).

Jetzt müssen wir prüfen ob eine neue Netzwerkkarte im System erkannt wurde:

~# cat /proc/net/dev
Inter-|   Receive                                                |  Transmit
 face |bytes    packets errs drop fifo frame compressed multicast|bytes    packets errs drop fifo colls carrier compressed
    lo: 1120028   11101    0    0    0     0          0         0  1120028   11101    0    0    0     0       0          0
  eth1: 119593873  177092    0    0    0     0          0         0 29208123  115420    0    0    0     0       0          0
  eth0: 8393800889 8205830    0 7590    0     0          0     41485 6908030762 7102525    0    0    0     0       0          0

Das Netzwerkinterface eth1 (E3372 Stick) wurde neu erkannt und kann nun konfiguriert werden. Die Interface ID kann von Fall zu Fall natürlich abweichen. Mit einem Texteditor erweitern wir nun die Datei /etc/network/interfaces:

~# nano /etc/network/interfaces
auto eth1
allow-hotplug eth1
iface eth1 inet static
    address 192.168.8.100
    netmask 255.255.255.0
    network 192.168.8.0
    gateway 192.168.8.1 ### <- setzt voraus, dass keine andere Netzwerkkarte mit einem Standard Gateway aktiv ist, sonst auskommentieren
    broadcast 192.168.8.255

Die Netzwerkkarte eth1 wurde im Beispiel mit einer statischen IP konfiguriert, kann aber auch mit DHCP betrieben werden. Jetzt können wir die Netzwerkkarte erstmals "starten":

~# ifconfig eth1 up

Um den erfolgreichen start und die Adressierung zu prüfen nutzen wir ifconfig:

~# ifconfig -a
eth1      Link encap:Ethernet  Hardware Adresse 0c:5b:8f:27:9a:64
          inet Adresse:192.168.8.100  Bcast:192.168.8.255  Maske:255.255.255.0
          UP BROADCAST RUNNING MULTICAST  MTU:1500  Metrik:1
          RX packets:177433 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:115614 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          Kollisionen:0 Sendewarteschlangenlänge:1000
          RX bytes:119756220 (114.2 MiB)  TX bytes:29280846 (27.9 MiB)

Die Ausgabe sollte so ähnlich aussehen. Wichtig ist, dass hier die IP Adressen passen. Nun Prüfen wir ob der LTE Stick unter seiner eigenen IP erreichbar ist.

~# ping 192.168.8.1
PING 192.168.8.1 (192.168.8.1) 56(84) bytes of data.
64 bytes from 192.168.8.1: icmp_req=1 ttl=64 time=76.4 ms
64 bytes from 192.168.8.1: icmp_req=2 ttl=64 time=54.7 ms
64 bytes from 192.168.8.1: icmp_req=3 ttl=64 time=52.8 ms
--- 192.168.8.1 ping statistics ---
3 packets transmitted, 3 received, 0% packet loss, time 2003ms
rtt min/avg/max/mdev = 52.867/61.360/76.499/10.733 ms

Jetzt kann die Config Webseite vom E3372 unter der IP 192.168.8.1 mit einem Webbrowser aufgerufen werden.

Routing

Achtung: Wenn mehrere Netzwerkkarten im System aktiviert sind, kann es notwendig sein die Routingtabelle manuell anzupassen.
Hierzu ein Beispiel wie die Netzwerkkonfiguration dann aussehen könnte:

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# eth0 network interface
auto eth0
allow-hotplug eth0
iface eth0 inet static
    address 192.168.5.5
#    gateway 192.168.5.1
    netmask 255.255.255.0
    post-up route add default gw 192.168.5.1 metric 1
    pre-down route del default gw 192.168.5.1

auto eth1
allow-hotplug eth1
iface eth1 inet static
    address 192.168.8.100
    netmask 255.255.255.0
    network 192.168.8.0
    broadcast 192.168.8.255
    post-up route add default gw 192.168.8.1 metric 5
    pre-down route del default gw 192.168.8.1

Im Beispiel wird das erste Netzwerkinterface eth0 als Standard Gateway mit der Metric 1 definiert. Der LTE Stick eth1 wird als Standardgateway mit einer höheren Metric definiert. (Höhere Metric bedeutet eine niedrigere Priorität)
In dieser Konfigration wird der LTE Stick also nur als Fallback genutzt falls die Route über eth0 nicht mehr funktioniert.